Auktionen für seltene Münzen und Briefmarken boomen in Hongkong

Im April erregten zwei chinesische Käufer bei einer Auktion von AH Baldwin & Sons Ltd. besonderes Aufsehen.

BildSie ersteigerten für insgesamt 460,000 USD zwei seltene Münzen und übertreffen damit die erwarteten Gebote zwischen 15.000 USD und 25.000 USD bei weitem.

Geprägt zur Zeit des chinesischen Kaisers Kuang Hsu im Jahre 1884, wurden die beiden Silbermünzen, bekannt unter dem Namen Silver Mace und Silver 7-Mace, für 224,200 USD bzw. 236,000 USD verkauft. Die Auktion, die insgesamt 3,2 Millionen USD einbrachte, spiegelt einen anhaltenden Aufschwung sowohl des Auktionshauses AH Baldwin als auch des Marktes wider.

Briefmarken, seltene Münzen und selbst Medaillen haben sich zu neuen Anlagewerten in Hongkong und auf dem chinesischen Festland entwickelt. Während über das Interesse in China an edlen Weinen, Kunst und Oldtimern viel geschrieben wird, bleibt es um die Auktionen für Münzen und Briefmarken bisher eher ruhig.

Im Januar organisierte InterAsia Auctions Ltd, ein auf Hongkonger und chinesische Briefmarken spezialisiertes Auktionshaus, die weltweit drittgrößte Versteigerung. Die in der Metropole angebotenen Marken erzielten mehr als 10,5 Millionen USD.

„Wir sind sozusagen das B-Team, wenn es um alternative Investitionen geht, und wir mögen das,“ erklärt Keith Heddle, Managing Director bei Stanley Gibbons Investment, einer britischen Investmentfirma mit Fokus auf Briefmarken.

Die Verbindung eines starken Sammlermarktes mit der Nachfrage nach seltenen europäischen und chinesischen Briefmarken sorgt für solides Wachstum und bietet interessante Optionen für Investoren auf der Suche nach diversifizierten Portfolios. „Wir sprechen von Personen, die bereits ihre Yacht, ihren Lamborghini und ihren Lafite haben. Nun sind sie auf der Suche nach Sammlerstücken aus dem kulturellen Erbe,“ so Heddle.

Er spricht zudem vom „umgekehrtem Imperialismus“ und meint damit, dass chinesische Sammler auf der Suche nach den prestigeträchtigsten Briefmarken der Welt seien. Die seltene britische Penny Black führe dabei häufig die Liste an.

Ergänzend dazu stehe die eigene chinesische Geschichte hoch im Kurs. Dazu gehören Briefmarken aus der Zeit des imperialistischen China und der Zeit Mao Zedongs, der das Sammeln von Briefmarken als bourgeoisen Zeitvertreib verbannt hatte. Die Seltenheit von Briefmarken aus der Zeit der Revolution, als das Land für Ausländer verschlossen war, machen sie zu international begehrten Sammlerstücken. Die Preise sind mittlerweile so angestiegen, dass sie auch das Interesse von Spekulanten wecken.

Trotz dieser Entwicklung biete der Markt solide Gewinne für alle diejenigen, die auf der Suche nach mittel- und langfristigen Investitionsmöglichkeiten seien. Ein von Heddles Investment Firma herausgegebener Index verzeichnet eine Wertsteigerung bei chinesischen Briefmarken von 290 Prozent in den letzten sechs Jahren. Allein das Interesse an der Penny Black kurbelte das Wachstum in den vergangenen fünf Jahren um 85 Prozent an.

Auch eine grundlegende Interessenverschiebung im Finanzmarkt fördert den Trend. „Vor fünf Jahren betrachteten uns private Banken und Vermögensverwalter als eine Kuriosität,“ so Heddle. Seit der Finanzkrise sind Investoren aber immer öfter auf der Suche nach unterschiedlicheren Anlagen. „Mittlerweile klopfen Vermögensverwalter an unsere Tür und wollen wissen, wie unsere Arbeit funktioniert,“ beschreibt Heddle den Trend.

Das in London ansässige Auktionshaus Spink and Son erwarb 2011 das auf Philatelie spezialisierte Auktionshaus Phila China und das auf feine Weine spezialisierte Oeno Wine und fasste so Fuß in Hongkong und auf dem chinesischen Festland. Im vergangenen Jahr zog CEO Oliver Stocker samt Familie nach Hongkong um, wo das Unternehmen wachsende Erfolge verzeichnet. Beim Verkauf seltener Münzen im April 2014 erzielte ein chinesischer Silberdollar aus dem Jahr 1926 einen Erlös von 176.923 USD. Eine weitere seltene chinesische Silbermünze, bekannt unter dem Namen Bamboo Dollar, verkaufte sich für 169,231 USD.

Laut Stocker habe sich der anfangs bestehende Hype, vor allem um Sammlerstücke aus der Zeit Maos, gelegt und einem ausgewogeneren Markt Platz gemacht. Die Zukunft werde weiteres Wachstum bringen. China ist die am schnellsten wachsende Region im Portfolio von Spink & Co und das Interesse an chinesischen Raritäten ist sehr hoch, wodurch Hongkong in das Zentrum der internationalen Käufer und Interessenten gerückt ist. Um der anhaltenden Nachfrage gerecht zu werden, expandiert das Team von Spink & Co momentan und plant einen Umzug nach Sheung Wan, dem Hongkonger Viertel, das als Treffpunkt für Sammler bekannt ist. „Die Menschen hier sind sehr stolz auf ihr kulturelles Erbe. Banknoten, Münzen und Briefmarken sind ein Weg, dieses zu erhalten. Bei einer limitierten Menge wird ihr Wert zweifelsfrei weiter steigen.“

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